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TUI will Anzahl seiner Vertriebspartner deutlich ausdünnen – asr empfiehlt schon jetzt auf Spezialisten und Reiseveranstalter mit fairen Provisionen und Konditionen umzusteuern

Berlin, Juni 2013 – In ihrer Pressemitteilung vom 20. Juni teilt die TUI mit, dass „die Zahl der Vertriebspartner tendenziell sinken dürfte. (…) Die TUI wolle nicht Reisebüros unterstützen, die sich mit der Marke schmücken und nur wenig Umsatz machen (…)“ TUI Chef Christian Clemens hat angekündigt, die Anzahl der Vertriebspartner von derzeit 10.000 Agenturen auf 7.000 zu verringern.
Der asr Allianz selbständiger Reiseunternehmen – Bundesverband e. V. bewertet dieses Vorhaben der TUI sehr kritisch, da der Abbau von Vertriebsstrukturen für die Reisebüros ein großen finanziellen Verlust bedeutet.
„Das so etwas in der Branche passiert, ist nichts Neues, das haben andere Reiseveranstalter immer wieder mal praktiziert.“, so asr Präsident Norbert Pfefferlein. Für viele kleine mittelständische Reisebüros war und ist die TUI jedoch einer der „Leitveranstalter“ und noch Haupterlösquelle. „Die ehemals gehegten und gepflegten Reisebüropartner, die sogar für die Werbung der TUI in ihren Schaufenstern an die TUI bezahlt haben, die die TUI mit zu dem gemacht haben was diese heute darstellt, werden nun `tendenziell sinken´.“ Wie Schiller schon sagte: „Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen“.
So einfach wird das mit dem Abbau der Handelsvertreter aber nicht gehen. Der Rechtsexperte des asr, RA Wiesehöfer, sieht die Rechtslage entsprechend schwierig: „Grundsätzlich kann ein Unternehmen zwar frei entscheiden, mit wem es zusammenarbeiten möchte und über wen es seine Produkte verkauft. Wenn das Unternehmen aber wegen seiner Größe und seiner Marktmacht eine für die Branche besonders gewichtige Stellung hat, dann kann es nicht willkürlich entscheiden, wer für das Unternehmen tätig sein kann und wer nicht. Den Marktteilnehmern müssen vielmehr Zugangsbedingungen gegeben werden, welche den Gleichbehandlungsgrundsatz beachten und hinsichtlich abweichender Kriterien zulässig und nachvollziehbar sind.“ Der asr Bundesverband e.V. empfiehlt daher allen Agenturen, welche demnächst eine Kündigung erhalten, diese rechtlich überprüfen zu lassen.
„Dieser Erlösausfall kann den kleinen Büros das Genick brechen, da eine nicht unerhebliche Einnahmequelle wegfällt.“, so Erika Schiemann, vom asr Ausschuss Reiseveranstalter.
„Da die TUI gleichzeitig anstrebt, auch den Anteil des eigenen online Vertriebs deutlich zu erhöhen, wird es Zeit, dass die Reisebüros endlich aufwachen und sich nach alternativen Vertriebspartnern umschauen“ so Pfefferlein zusammenfassend. „Der asr bietet auf seiner in 2012 online geschalteten Plattform www.faire-partner.com diese Alternative an. Reisebüros und Reiseveranstalter können sich hier anmelden, informieren und neue Geschäftsmöglichkeiten finden; gemäß unserem Leitbild: `Mittelstand bucht Mittelstand – gemeinsam und fair´“ so Pfefferlein. Um sich längerfristig von anderen Büros abheben zu können, empfiehlt der asr, auf Spezialisten umzusteuern und auf Reiseveranstalter, die mit fairen Konditionen den Vertrieb über die Reisebüros zu schätzen wissen.

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